Rund Dänemark 2005




Thyborøn

Thyborøn Mole Begrüßt werden wir an der Einfahrt des Thyborøn-Kanals von bestialischem Fischgestank. Die großzügig um den Hafen verteilten Industrieanlagen lassen keinen Zweifel über die Herkunft der Unbill aufkommen: Es handelt sich um Fischfabriken.

Nachdem aber ein ruhiger Liegeplatz im hintersten Becken des großen Fischereihafens eingenommen wurde, kehrt doch versöhnliche Stimmung ein: Ausgewachsene Fischereihäfen sind in den üblichen Segelrevieren nicht mehr häufig anzutreffen, und so schleicht sich unweigerlich das Gefühl »echter« Seefahrt ein; mit offenen Augen erschließt sich die ungewöhnliche Schönheit des Hafens schnell. Außerdem: Der Gestank schafft es nicht bis an den Liegeplatz …

Unerbittlich fordert jetzt aber der 180-Meilen-Schlag seinen Tribut: Die plötzliche Entspannung bietet jedwedem Erschöpfungsgefühl eine breite Angriffsfläche; abgesehen vom Konsum von Fish & Chips und des einen oder anderen Biers ist der Tag gelaufen.

RettungsringAlte Fischkutter



Durch den Limfjord

Klappbrücke Oddesund Am Mittwochmorgen steht die schwierigste Entscheidung des Törns an:
Skagen oder Limfjord?

Natürlich gebietet der seglerische Ehrgeiz die klassische Variante durch den Skagerrak – schließlich hieß der Törn ja auch seit der frühesten Planungsphase »Rund Skagen«. Doch der Wetterbericht ist anderer Ansicht: Schwachwindig.

So fällt schweren Herzens die Entscheidung zu Gunsten der Inlandspassage, landschaftlich fraglos reizvoller, runde 80 nm kürzer und von der Nordseedünung geschützt. Die Vorstellung, in alter Welle 120 Meilen um das Kap zu dieseln schreckt eben doch ab …

Leider muss es wieder der Motor sein: Kurze Segelversuche unter Spinnaker werden durch den ernüchternden Blick aufs GPS vereitelt, das eine FüG von weniger als 2 Knoten anzeigt. Durch das Ausbleiben des Windes fließt aufgestautes Wasser aus dem Limfjord in die Nordsee zurück und beschert uns merklich Gegenstrom, Größenordnung 2 kn.

Aalborg und Hals

Durchfahrt Aalborg Nach einer Nacht in Løgstør, etwa auf halber Strecke des Limfjords, erreicht uns die erlösende Nachricht in Form einer Stationsmeldung des DWD:

»Skagen: Windstille.«

So jockelt es sich doch beinahe unbeschwert weiter bis nach Aalborg, der viertgrößten Stadt Dänemarks. Vom Wasser aus betrachtet präsentiert sich die Stadt zwar nicht gerade hübsch, aber doch abwechslungsreich. Wohnsiedlungen, Bürokomplexe, Hafen- und Industrieanlagen sorgen für immer neue Perspektiven während der Durchfahrt.




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